Zwei Schläge für den Aufstieg

Im Golf hört man häufig den Satz, dass am Ende jeder Schlag zählt. Meistens klingt das ein wenig nach einer jener Weisheiten, die man sich nach einer vermeidbaren Drei-Putt-Runde gegenseitig mit auf den Heimweg gibt. Für die DGL-Herren des Clostermanns Hof wurde dieser Satz in der Saison 2026 allerdings zur erstaunlich präzisen Zusammenfassung eines Aufstiegs: Nach fünf Spieltagen und 35 gewerteten Einzelrunden entschieden genau zwei Schläge über den Gruppensieg.

 

Ein ambitionierter Plan

Begonnen hatte die Saison mit einer gemeinsamen Bestandsaufnahme der beiden DGL-Mannschaften des Clostermanns Hof. Unter der Organisation der Mannschaftskapitäne Sylvia Werdün und Alexander Klingenberg beschlossen Damen und Herren, das Training gemeinsam anzugehen. Unter der Leitung von Trainer Johan Omander wurde auf der Range ebenso gearbeitet wie auf dem Platz. Das Ziel war von Beginn an denkbar einfach formuliert und sportlich alles andere als bescheiden: der doppelte Aufstieg.

Für die Herren bedeutete das: An jedem der fünf Spieltage traten acht Spieler im Brutto-Zählspiel an; die sieben besten Ergebnisse flossen in das Mannschaftsergebnis ein. Je nach Tagesplatzierung wurden fünf bis ein Tabellenpunkt vergeben. Da der Gruppensieger in dieser Saison direkt aufstieg, war die Rechnung grundsätzlich unkompliziert: möglichst oft möglichst weit vorne landen. Wie kompliziert diese Rechnung am Ende trotzdem werden sollte, ahnte im April noch niemand.

 

1. Spieltag · Am Katzberg · 17. Mai 2026

Zum Saisonauftakt ging es zum Golfclub Am Katzberg bei Langenfeld. Mit Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Noah Jüssen, Phillip Wagner, Vidomir Stojkovski, Silvio Schmidt, Lukas Schultz und Jakob Grohs stand die erste Acht der Saison am Abschlag.

Der bereits in der Proberunde mit Johan Omander erarbeitete Matchplan war klar – seine Umsetzung bei kräftigem Wind etwas weniger. Ausgrenzen, viel Wasser und abwechslungsreiche Par-3-Löcher verlangten Präzision und taktische Disziplin. Anders gesagt: Der Platz bot genügend Gelegenheiten, einen ambitionierten Plan spontan neu zu verhandeln.

Die Mannschaft hielt sich dennoch stabil und belegte mit 89,3 Schlägen über CR Rang zwei, lediglich hinter der Heimmannschaft. West Golf, Velderhof und Sankt Urbanus folgten dahinter. Vier Tabellenpunkte waren ein gelungener Start und zugleich die Bestätigung, dass das gesteckte Saisonziel keineswegs nur Optimismus aus dem Wintertraining war.

 

Mannschaft

über CR

1. Am Katzberg

80,3

2. Clostermanns Hof

89,3

3. West Golf

105,3

4. Velderhof

106,3

5. Sankt Urbanus

168,3

 

2. Spieltag · Sankt Urbanus · 31. Mai 2026

Zwei Wochen später wartete die nächste Aufgabe bei den nördlichen Nachbarn von Sankt Urbanus. Diesmal spielten Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Silvio Schmidt, Noah Jüssen, Vidomir Stojkovski, Lukas Schultz, Jakob Grohs und Leopold Meurer.

Strahlender Sonnenschein und nur leichter Wind sorgten für Bedingungen, bei denen es keine meteorologischen Ausreden brauchte – erfreulicherweise benötigte sie auch niemand. Der Platz kam dem Team entgegen, die Scores blieben niedrig und zwei Spieler des Clostermanns Hof landeten in den Top Vier der Brutto-Einzelwertung.

Mit 59,9 Schlägen über CR gewann die Mannschaft den Spieltag deutlich. West Golf und Am Katzberg folgten mit jeweils 80,9 Schlägen über CR. Fünf Punkte wanderten auf das Saisonkonto, und Clostermanns Hof übernahm die Tabellenführung. Nach zwei Spieltagen sah der ambitionierte Plan plötzlich verdächtig realistisch aus.

 

Mannschaft

über CR

1. Clostermanns Hof

59,9

2. West Golf

80,9

3. Am Katzberg

80,9

4. Velderhof

86,9

5. Sankt Urbanus

114,9

 

Zwischenspiel · Willy-Schniewind-Mannschaftspreis · 7. Juni 2026

Zwischen den DGL-Spieltagen stand im Golfclub Siegerland der Willy-Schniewind-Mannschaftspreis der Liga 4 H an. Das Format verlangt Kondition und schnelle Umstellung: morgens Zählspiel, nachmittags Matchplay. Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Lukas Schultz, Vidomir Stojkovski, Leopold Meurer und Arne Rahm bestritten beide Runden.

Auf dem ungewohnt hügeligen Platz verpasste das Team das Aufstiegsmatch nur um wenige Schläge und beendete das Zählspiel auf Rang drei. Damit ging es im Matchplay gegen den Golfclub Nümbrecht um den Klassenerhalt. Dort ließ die Mannschaft keine größere Spannung mehr aufkommen: Siege von Alexander Klingenberg (8&7), Jan Schmitz (6&5), Lukas Schultz (7&6), Vidomir Stojkovski (5&3) und Arne Rahm (3&1) machten ein souveränes 5:1 perfekt. Liga gehalten, Selbstvertrauen gesammelt – weiter im DGL-Programm.

 

3. Spieltag · Velderhof · 14. Juni 2026

Eine Woche später trat Clostermanns Hof auf der Kurskombination Gelb–Grün des Golf & Country Club Velderhof an. Zum Einsatz kamen Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Leopold Meurer, Noah Jüssen, Arne Rahm, Lukas Schultz, Thorsten Spierling und Vidomir Stojkovski.

Nach dem erfolgreichen Mannschaftspreis war die Vorfreude groß, die Erwartungshaltung vermutlich nicht wesentlich kleiner. Der offene Platz und der Wind zeigten jedoch rasch, dass sich gute Vorzeichen nicht automatisch in gute Rundenergebnisse umrechnen lassen. Der Spieltag verlief deutlich anders als erhofft. Mit 97,2 Schlägen über CR blieb nur Rang vier.

Am Katzberg gewann vor West Golf und der Heimmannschaft. Damit war die Tabellenführung verloren; Clostermanns Hof fand sich punktgleich mit West Golf auf Rang zwei wieder. Aus dem bis dahin komfortabel wirkenden Saisonverlauf war innerhalb eines Nachmittags ein echtes Aufstiegsrennen geworden.

 

Mannschaft

über CR

1. Am Katzberg

85,2

2. West Golf

89,2

3. Velderhof

89,2

4. Clostermanns Hof

97,2

5. Sankt Urbanus

148,2

 

4. Spieltag · Heimspiel · 28. Juni 2026

Der vierte Spieltag führte zurück auf den heimischen Platz. Nach dem Rückschlag am Velderhof war die Aufgabe klar: Die Tabellenführung sollte zurückgeholt werden. Weniger klar war, warum ausgerechnet dieser Tag Temperaturen von bis zu 35 Grad bereithalten musste.

Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Noah Jüssen, Arne Rahm, Lukas Schultz, Benjamin Stolz, Leopold Meurer und Jakob Grohs stellten sich der Hitzeschlacht. Heimvorteil bedeutete an diesem Tag vor allem, genau zu wissen, an welchen Stellen des Platzes man besonders stilvoll dehydrieren konnte. Sportlich behielt die Mannschaft jedoch den kühleren Kopf.

Mit 94,4 Schlägen über CR gewann Clostermanns Hof vor dem Velderhof. West Golf und Am Katzberg folgten mit jeweils 110,4 Schlägen. Der zweite Tagessieg der Saison brachte die Tabellenführung zurück – und zwar mit genau einem Punkt Vorsprung auf Am Katzberg. Vor dem letzten Spieltag war damit alles vorbereitet für ein Finale, bei dem Rechnen beinahe ebenso wichtig werden sollte wie Putten.

 

Mannschaft

über CR

1. Clostermanns Hof

94,4

2. Velderhof

104,4

3. West Golf

110,4

4. Am Katzberg

110,4

5. Sankt Urbanus

133,4

 

5. Spieltag · West Golf · 19. Juli 2026

Vor dem Saisonfinale absolvierte die Mannschaft gemeinsam mit Johan Omander eine Proberunde. Anschließend wurde sich beim gemeinsamen Grillen bei Jörg Mühlenbock eingeschworen. Für Clostermanns Hof spielten Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Vidomir Stojkovski, Jörg Mühlenbock, Lukas Schultz, Silvio Schmidt, Arne Rahm und Noah Jüssen.

Trotz anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen präsentierte sich der Platz von West Golf in sehr gutem Zustand. Die Ausgangslage war klar: Clostermanns Hof führte die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf Am Katzberg an. Ein Tagessieg hätte jede Diskussion beendet. Golf wäre allerdings kein besonders interessantes Spiel, wenn es regelmäßig genau das täte, was man vorher von ihm erwartet.

Am Katzberg gewann den Spieltag mit 72,8 Schlägen über CR. Clostermanns Hof belegte mit 86,8 Schlägen Rang zwei, knapp vor dem Velderhof. Damit hatten beide Aufstiegskandidaten nach fünf Spieltagen jeweils 20 Tabellenpunkte gesammelt. Der Gruppensieg musste über die niedrigere Gesamtschlagzahl über CR entschieden werden.

 

Mannschaft

über CR

1. Am Katzberg

72,8

2. Clostermanns Hof

86,8

3. Velderhof

88,8

4. West Golf

106,8

5. Sankt Urbanus

110,8

 

Die Rechnung, die eine Saison entschied

Über fünf Spieltage hatte jede Mannschaft jeweils sieben gewertete Runden eingebracht – insgesamt also 35 Ergebnisse. Für Clostermanns Hof standen am Ende 427,6 Schläge über CR zu Buche. Am Katzberg kam auf 429,6.

 

Zwei Schläge Vorsprung. Nach 35 Runden.

Zwei Schläge, verteilt über eine komplette Saison, entschieden über Platz eins und zwei. Zwei Schläge machten aus einem guten Jahr eine Aufstiegssaison. Und zwei Schläge bestätigten eine Golfweisheit, die künftig vermutlich niemand aus dieser Mannschaft mehr für eine bloße Floskel halten wird: Jeder Schlag zählt.

 

Eine echte Mannschaftsleistung

Der Aufstieg war das Ergebnis vieler einzelner Runden, gemeinsamer Trainingseinheiten und der Bereitschaft, auch nach dem Rückschlag am Velderhof wieder zurückzukommen. Für die DGL-Herren kamen in dieser Saison Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Noah Jüssen, Phillip Wagner, Vidomir Stojkovski, Silvio Schmidt, Lukas Schultz, Jakob Grohs, Leopold Meurer, Arne Rahm, Thorsten Spierling, Benjamin Stolz und Jörg Mühlenbock zum Einsatz. Dahinter stehen jedoch auch viele weitere noch nicht genannte Mannschaftsspieler, die auf Proberunden oder an Spieltagen als Caddies zum Erfolg der Mannschaft beigetragen haben. 

Ein besonderer Dank gilt Trainer Johan Omander für die sportliche Begleitung, Sylvia Werdün für die gemeinsame Organisation der DGL-Mannschaften sowie allen Spielern, Unterstützern und Helfern rund um die Spieltage. Insbesondere möchten wir aber auch dem Vorstand für das Förderprogramm der DGL-Mannschaften danken, ohne die Unterstützung wäre der Erfolg in dieser Form nicht möglich gewesen. Aus einem ambitionierten Plan im Frühjahr wurde ein Aufstieg im Sommer – knapper, spannender und damit vermutlich auch unvergesslicher, als es irgendjemand im Vorfeld bestellt hätte.

 

Alexander Klingenberg

Mannschaftskapitän DGL-Herren

Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Noah Jüssen, Arne Rahm, Lukas Schultz, Benjamin Stolz, Leopold Meurer und Jakob Grohs stellten sich der Hitzeschlacht beim Heimspiel
Alexander Klingenberg, Jan Schmitz, Vidomir Stojkovski, Jörg Mühlenbock, Lukas Schultz, Silvio Schmidt, Arne Rahm und Noah Jüssen machen den Aufstieg perfekt
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